Hausarbeit ist langweilig

Als Futurist möchte man sich bewegen, man möchte fortschreiten, entdecken und erkunden. Man möchte reisen und beschleunigen. Man möchte seine Sinne überreizen. Man möchte leben und erleben. Man möchte lieben. Aber stattdessen muss ich mich mit Hausarbeit abmühen. Das behagt mir nicht.

Hausarbeit hat etwas Konservatives. Man soll damit signalisieren, dass man sein Leben im Griff hätte. Ich will mein Leben nicht im Griff haben, sondern vom Leben ergriffen sein. Daher scheue ich Hausarbeit. Hausarbeit symbolisiert das herrschende System. Ich möchte nicht zurückblicken, den Abfallberg wegräumen, meine Schamhaare wegwischen.

Aber da ich ein Doppelgänger bin, der zwischen den Welten pendelt und wechselt, gleich einem Zwischenwesen, weder hier noch dort heimisch, muss ich mich heute überwinden. Zuerst die Arbeit, dann das Vergnügen. Dann die Bar. Dann drei Gins, bevor ich erbreche. Bevor ich Taxi seufze.

bd

Ich seiltanze zwischen bürgerlicher und antibürgerlicher Existenz. Mit diesem Blog versuche ich mein Gleichgewicht zu halten. Ich stamme vom Mittelland.

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