Rauchfrei

Ich schlucke Medikamente. Denn ich möchte das Rauchen beenden. Ich habe noch einige Tage zu rauchen. Danach möchte ich aufhören. Ich habe viel geraucht. Manche mögen beteuern, ich hätte zu viel geraucht. Ich richtete den Tagesablauf danach. Früher bemass ich Distanzen in Zigarettenlänge. Mein Arbeitsweg war zeitweise eine Zigarette lang.

Oder viele Nächte habe ich verlängert, indem ich “bloss” noch “eine” rauchte. Ich organisierte meetings in verrauchten Lounges. Früher in Olten, als Atomstrom noch cool war. Als fette Gewinne Olten entspannte. Als die Stadt kompensierende Vorhaben projektierte. Wir rauchten dauernd und permanent. Beim Vorstellungsgespräch: “Rauchst du?!”

Aber ja, alles vorbei. Das Rauchen begleitete einen Lebensabschnitt. Diesen Lebensabschnitt beerdige ich. Angemessen mit einer weiteren Zigarette. Nicht die letzte, höchstens für heute. Aber danach sicherlich für eine gewisse Frist. Ob ich später jemals wieder rauche, mag ich nicht prognostizieren. Mal sehen.

bd

Ich seiltanze zwischen bürgerlicher und antibürgerlicher Existenz. Mit diesem Blog versuche ich mein Gleichgewicht zu halten. Ich stamme vom Mittelland.

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