Matt

Ich kann momentan nicht mehr denken. Ich kann in meiner Freizeit nicht mehr atmen. Der Brustkorb zerdrückt mich. Meine Beine sind schlapp; ich fühle mich schwer und unbeweglich. Ich muss jeden Atemzug bewusst quälen. Ich bin nicht mehr routiniert. Ich funktioniere körperlich nicht mehr.

Ich habe keinen Appetit, weder auf Essen, auf Zigaretten, auf Alkohol, auf Frau. Ich bin lustlos geworden. Ich bin nicht mehr unbändig und grenzenlos. Ich bin nicht mehr ungestüm und leidenschaftlich. Ich bin nicht mehr futuristisch. Ich funktioniere beruflich zwar einigermassen, doch sobald ich ausstemple, bin ich niedergeschlagen.

Ich kann mich nicht motivieren, ich kann mich nicht begeistern. Ich kann keine Reserven mobilisieren, denn diese verpuffen bereits in der Berufsarbeit. Ich weiss nicht, wie ich diese Woche durchstehen kann. Ich bin totalst erschöpft. Ich möchte weinen und alles abbrechen. Ich kann keinen Stress mehr bewältigen. Ich fühle mich wie verändert.

Jeder Atemzug schmerzt. Meine Lunge schmerzt, mein Herz schmerzt. Meine Finger schmerzen. Meine Beine Schmerzen. Mein Körper hemmt mich, er zerbricht mich. Er vernichtet meinen Lebenswillen. Er trägt mich nicht mehr. Wir harmonieren nicht mehr. Er rebelliert, er leistet Widerstand. Diesmal er.

Doch sorgt euch nicht; es sind bloss Nebenwirkungen eines Raucherentwöhnungsmedikaments. Ich darf nun die Dosis halbieren. Ich hoffe, bis Ende Woche bin ich wieder repariert. Bis dahin kann ich wieder leben, mich wieder befeuern, mich wieder interessieren und nicht mehr durchschleppen.

bd

Ich seiltanze zwischen bürgerlicher und antibürgerlicher Existenz. Mit diesem Blog versuche ich mein Gleichgewicht zu halten. Ich stamme vom Mittelland.

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