Die strategische Freundin

Die beiläufige Einsamkeit in Basel-Stadt könnte ich lindern, indem ich eine strategische Freundin suchen würde. Also eine, die hauptsächlich zum Vernetzen gut genug ist. Ich könnte etliche Unzulänglichkeiten ignorieren, solange diese Freundin mich mit ihren Kollegen und Freunden in Basel-Stadt vernetzt.

Sie müsste minimal in Kleinbasel wohnen und maximal aus Kleinbasel stammen. Drei Branchen bevorzuge ich, wo sie tätig wäre: Gastro, Soziale Arbeit und Kunst/Kultur. Alle anderen wären nicht praktikabel, weil nicht gerade kompatibel mit meinem Lebensweg. Bekanntlich sind Adepten dieser Branche besonders in der Stadt vernetzt.

Ob ich allerdings eine solche Freundin auch langfristig bewirtschaften könnte, ist ungewiss. Ich könnte sicherlich ein bis zwei Jahre Interesse simulieren, bevor ich vollends mich übergeben und/oder permanent masturbieren müsste. Es wäre nicht sonderlich nachhaltig. Überdies müssten die neuen Freunden die Freundschaft kündigen, sobald ich mich trenne.

Das mindert meine Motivation, eine strategisch begründete Beziehung zu starten. Überhaupt könnte ich das vermutlich nicht. Ich will nicht erneut missverstanden, ungeliebt und ungeborgen mich fühlen. Zumindest nicht für zwei Jahre erneut meines Lebens, das ja auch allmählich schwindet und stets vergänglich ist.

bd

Ich seiltanze zwischen bürgerlicher und antibürgerlicher Existenz. Mit diesem Blog versuche ich mein Gleichgewicht zu halten. Ich stamme vom Mittelland.

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