Sehnsucht nach Geselligkeit

Man schimpft Menschen als Geschöpfe, die in Gruppen gerne sich verschwören. Ich selber befürworte Verschwörungen, Verbrüderungen. Allerdings habe ich dieses Bedürfnis in den letzten Jahren vernachlässigt.

Verursacht hat dies – nicht überraschend – eine feste Beziehung, die sich unter anderem auch durch einen gemeinsamen Haushalt definiert. Ein gemeinsamer Haushalt erfordert automatisch mehr gemeinsame Aufmerksamkeit. Nebenbeschäftigungen werden daher immer mehr ausgedünnt.

Geselligkeit ist nicht bloss durch alkoholische Eskapaden exponiert. Geselligkeit ist auch, wenn man bloss zusammen ist – ohne dass man verbal kommuniziert. Ich verspüre kein Bedürfnis, immer zu reden, damit geredet ist. Denn eine gewisse Tiefe beschweigt man lieber. Aufgeregtes Palavern stattdessen kann die Tiefe stören, ja bishin verunmöglichen.

Trotz meiner Verfehlungen sind wohl manche Menschen mir weiterhin wohlgesonnen. Ich habe nicht alle enttäuscht und verletzt oder brüskiert. Manche erlitten keinen Nachteil, bloss weil sie mich kennen. Das motiviert. Daher habe ich entschlossen, zukünftig mehr Geselligkeit anzustreben. Ich will nicht über Probleme oder Gefühle langweilen, ich will bloss irgendwie sein.

Einfach sein, ohne mich zu behaupten, ohne mich zu rechtfertigen – aber auch ohne in Alkohol mich zu flüchten. Mich zurückziehen und Geselligkeit, Aufmerksamkeit teilen.

bd

Ich seiltanze zwischen bürgerlicher und antibürgerlicher Existenz. Mit diesem Blog versuche ich mein Gleichgewicht zu halten. Ich stamme vom Mittelland.

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