Die magischen Fragen

Es existieren 36 Fragen, die eine gewisse Intimität simulieren. Ich nutze solche Fragen seit Jahren. Seit ich das erste Mal einen IRC-Channel jointe. Auch ich bin bereits in diesem Stil befragt worden. Ich kenne eine Person, die mittels Fragen provoziert, dass Menschen sich ihr anvertrauen können. Die meisten verlieben sich rasch und ohne grossen Widerstand.

Praktischerweise hat der Blick am Abend kürzlich über solche Fragen berichtet. Dadurch sind sie einigermassen popularisiert. Wer sie seitdem nutzt, dem kann man eine gewisse Gerissenheit-Verwegenheit unterstellen. Flankierend empfehle ich also systemische Fragen. Ich bevorzuge hypothetische Fragen. Mittels Skalierungsfragen ermittle ich Intensität.

Solche Fragen verwandeln einen in den perfekten Zuhörer. Man kann dann zurücklehnen. Man muss bloss hier und da mit einer zirkulären Frage das Gegenüber auflockern. Sodass man wieder mittels hypothetischen und Skalierungsfragen einen bestimmten Punkt vertiefen kann. Das wiederholt man solange, bis man Vertrauen erlangt.

Ich praktiziere solche Fragespiele beruflich täglich. Ich ergründe Konflikte, ich ertaste Einstellungen und erspüre Befindlichkeiten. Privat kann ich mich als galanter Zuhörer inszenieren. Das verbessert meine Wettbewerbssituation im Sexmarkt. Ich müsste sie bloss ausnutzen. Aber das ist wie Spicken. Ist irgendwie Betrug.

bd

Ich seiltanze zwischen bürgerlicher und antibürgerlicher Existenz. Mit diesem Blog versuche ich mein Gleichgewicht zu halten. Ich stamme vom Mittelland.

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