Unbestimmt

Endlich der Virus

Endlich der Virus. Er entfacht den Selbstzerstörungstrieb. Nicht verwunderlich, dass der Virus wegen guten Quoten fortgeführt wird. Wir alle sehnen uns nach einer Kraft, die unsichtbar ist, alles beeinflusst und jeden treffen kann. Seit mehr als zweitausend Jahren war es der monotheistische Gott, der überall und alles ist. 

Vor mehr als zweihundert Jahren war es die unsichtbare Hand, welche die Märkte dieser Welt geschickt bespielte. Die Märkte wie Gott sind längst angezweifelt. Keine Identität ist mehr gesichert. Alle Lebenskonzept sind fraglich und herausgefordert. Der Sinn und Zweck der Existenzen sind ausgehöhlt und bloss noch funktionale Fassaden. 

Nun also der Virus. Die Grenzen werden erwartungsgemäss geschlossen. Was die Flüchtlingskrise bereits angedeutet hat, nämlich wie fragil die offenen Gesellschaften Europas sind, wie sensibel die Zivilität auch hierzulande ist, verwirklicht der Virus nun vollends. Die Nationalstaaten sorgen sich wieder um die Eigenen. Europa ist endgültig tot.

In Berlin – und wo sonst? – haben die Berufsjugendlichen das letzte Mal den Eskapismus gewagt. Empörend und verantwortungslos, monieren die Berufsmoralisten. Die Menschen ergattern das letzte Toilettenpapier. Die Regale der Supermärkte leerten sich samstags erschreckend. Man rüstet sich, man verbunkert sich. Man wartet auf den Untergang.

Alle Menschen lieben und hassen das Leben gleichzeitig. Das Gefühl der Überforderung und Unterforderung ist gleichzeitig. Wir haben alle ein ambivalentes Verhältnis zum Leben. Manchmal sind wir manisch, manchmal depressiv. Wir sind alle unausgeglichen. Manche unausgeglichener, manche ausgeglichener. Doch letztlich ist die Identität zerbrechlich.

Ein Virus stimuliert unseren Selbstzerstörungstrieb, unsere latente Todessehnsucht. Todessehnsucht, Angst, Unbehagen verkaufen sich bestens. Die Medien und Politik befeuern das Unbehagen mit der Welt. Sie können Bedürfnis anerkennen und mit Lösungen antworten. Das beruhigt, beruhigt Medien und Politik gleichermassen wie die Bevölkerung.

Ich geniesse derweil das Spektakel. In Europa beginnt bald der Frühling. Die Liebe sucht sich ihren Weg. Eros ist ebenso machtvoll wie der Todestrieb. Bald werden die ersten trotzen und sich wieder küssen. Bald werden wieder frische Paare spriessen – so wie das Grün unserer gezähmten Pärken. Bald ist der Tod vergessen.

bd

Ich seiltanze zwischen bürgerlicher und antibürgerlicher Existenz. Mit diesem Blog versuche ich mein Gleichgewicht zu halten. Ich stamme vom Mittelland.

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Wer und was ist hier wahnsinnig?

Die Stuben der Psychiatrien und Psychologen, Lebensberater und Coaches sind gefüllt. Die Betten der psychiatrischen Einrichtungen sind überbelegt. Eine Identitätskrise ist in jedem Lebensabschnitt zu erwarten. Das Normale ist das Wahnsinnige. Das Normale ist wahnsinnig dergestalt, dass das Wahnsinnige normal ist. Hypernormalität. 

Die Menschen zerbrechen. Auslösende Ereignisse mögen variieren. Einige anerkennen, handeln und lassen sich therapieren. Andere verdrängen, schikanieren und versuchen mit Ersatzhandlungen zu funktionieren. Die Bewältigungsstrategien sind naturgemäss unterschiedlich. Erziehung, Kultur, Kontext, Umfeld beeinflussen wesentlich deren Auswahl.

Draussen in der Normalität wuchert der Wahnsinn. Das Stimmungsbild der Gesellschaft ist düster. Zwischenmenschliche Beziehungen verschwenden etliche psychische Energien auf Banalitäten. Die Gesellschaft als Gesamte toleriert Widersprüche. Die Gesellschaft honoriert zweifelhaftes Verhalten, aber verwahrt vermeintlich Unangepasste und Unnachgiebige 

Junge wie Alte berauschen sich, müssen spülen, damit sie im Alltag fristen können. Der Dschungel der Grossstadt züchtet neurotische Menschen. Die Kampfzonen sind maximiert. Alle Lebensbereiche sind im Wettbewerb und im Dauervergleich. Das fragile Selbst versucht sich zu verorten und zu stabilisieren. Es schwankt und irrt.

Der grösste Wahnsinn ist die Normalität. Das normale Leben ist absurd. Die Last des Universums, der Weltschmerz, die Ungerechtigkeit, die Ausbeutung der Natur, die Sinnlosigkeit der Lohnabhängigkeit, die Bedeutungslosigkeit der eigenen Existenz im kosmologischen Kontext – das alles haben wir zu schultern. 

Zudem beobachten wir die Überforderung und Ohnmacht unserer geliebten Mitmenschen, innerhalb dieser Welt sich zu arrangieren. Manche verlieren wir dem Alkohol, andere im alles durchdringenden Selbstzweifel, andere in den Kompensationshandlungen. Andere in unglücklich gewählten spezialisierten Einrichtungen. Nirgends und niemand ist sicher.

Es sind alle betroffen und trifft irgendwann jeden. Niemand ist sicher. Man kann anfänglich Widerstand leisten. Doch wir alle brechen. Wir sind schutzlos ausgeliefert. Das Ich im freudschen Sinne war nie “Herr im Haus”. Nietzsche nahm uns Gott, Freud die Überzeugung, dass wir unsere Psyche beherrschen könnten. Niemand kann’s. 

Wir sind alle verloren. Manche wissen es bloss noch nicht. Ein winziges Ereignis kann uns übermannen.

bd

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Ein zeitgenössisches Stimmungsbild

Die Tage sind kurz. Das Wetter wechselhaft. Mal kühl-kalt, mal frühlingshaft warm. Immer wieder klagend über den sogenannten Klimawandel. Ob von Menschen verursacht oder ob von grossen Zyklen, die wir noch nicht verstehen. Gleichzeitig bedroht ein neuartiger Virus die Gesundheit der Weltbevölkerung.

Selbst das Super-China, das vom Wetter bis zu den Gedanken der Untertanen alles beherrscht, kann den Virus nicht eindämmen. Ganze Regionen sind isoliert. Das Militär wacht, dass niemand aus den Lagern bricht. Hierzulande kalkulieren Wirtschaftsvertreter den globalen sowie lokalen Rückgang der BSP. 

Das Fernsehen wirbt mit offenem Eskapismus. Für fünfundzwanzig Franken kann man neuerdings dem Alltag entfliehen, noch frische Pfade eines unterentwickelten Landes treten, dort als Tourist überlegen sich wähnen. Daneben regieren narzisstische Politiker die grossen westlichen Demokratien.

Trump wie Johnson, alleine optisch ähnelnd, überschütten die Vergessenen und Abgehängten mit Anerkennung und Respekt, derweil sie ihre Demokratien unterminieren. Die grösste Idee der Weltbevölkerung, die Europäische Union, erstarrt derzeit einem inneren Flügelstreit. Problem: Das Budget der kommenden Legislatur. 

Die Schweiz empört sich kurzweilig über die Krypto-Affäre. Wer wusste was? Wie neutral war die Schweiz wirklich? Obwohl allen offenkundig ist, dass die Westintegration spätestens 1945 abgeschlossen war. Man bemüht weiterhin Mythen und spielt mit Identitäten. In den Clubs der Grossstädten derweil konsumieren die Jugend und Berufsjugendlichen Aufmunterndes.

Gleichzeitig füllen sich die Anstalten mit überforderten, entfremdeten und geschädigten Menschen. Niemand kann versichern, wer normal und wer wahnsinnig sei. Ungeschickte Ärzte urteilen spontan über Biografien, die sie nicht im geringsten erfassen können. Ist Trump wahnsinnig? Oder bin ich wahnsinnig? Bin ich krank, sobald ich nicht funktioniere?

Zwischendurch wütet die Fasnacht. Die Menschen betrinken sich vor vier. Alternde Menschen begieren einen erneuten Frühling. Andere koksen. Die Fasnacht sei bloss einmal im Jahr . Man verzeiht einander, man erduldet den grossen Rausch, man anerkennt das Bedürfnis, einmal spülen zu dürfen.

bd

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Ich will nicht funktionieren

Ich hasse das Wort “Funktionieren”. Ich will nicht funktionieren. Ich bin zwar durchaus Spezialist, Prototyp, mich anzupassen und so. Aber ich will eigentlich nicht. Meine ganze Biografie liest sich permanenter Ablehnung des Funktionierens. Ich habe mir stets Räume geschaffen, wo ich nicht funktionieren musste, weil dort ausreichend Alkohol floss. Als Ausgleich fürs stete Funktionieren.

Ohnmächtig gelebt, darüber habe ich vor Jahren mal erzählt. Wer funktioniert, lebt ohnmächtig, überantwortet das Leben der Funktion. Man ist nunmehr eine Funktion, eine Rolle, die man zwar einigermassen selber basteln kann, dennoch eine Rolle und dadurch Fassade und Hülle bleibt, von der Individualität einen weiter entfremdet.

Wenn ich arbeite, funktioniere ich, obwohl ich durch meine Arbeit das allgemeine Funktionieren der Arbeitswelt aufheben möchte. Ein naheliegender Mitbewerber hat mir mal attestiert, ich hätte zu viele Kompromisse getätigt, mich zu sehr angepasst und mich von meinem Herzen entfernt. Ich konnte ihm nicht widersprechen oder nichts relativieren. 

Gewiss muss ich funktionieren, damit ich in der Leistungsgesellschaft überleben kann. Das Hofnarr-Konzept tröstet mich zuweilen, weil ich aussprechen darf, was niemand sich traut. Die Arbeit konsumiert derzeit die meiste Lebenszeit. Sie kann erfüllen. Doch auch andere Herausforderungen des Lebens können beseelen. Und diese Seele kann man nicht funktionierend erstreben.

Wenn ich nach Anleitung LEGO baue, dann funktioniere ich. Ich studiere, versuche den Bau zu optimieren. Das neue Yoga für alle Gestresste, LEGO, funktioniere ich um in eine blosse Funktion. Zuweilen esse ich auch funktional. Ich träumte früher von einer rein funktionalen Ernährung. Es gibt sogar einen Wikipedia-Artikel über Functional Food, ich bin weiterhin süchtig nach künstlichen Vitaminen und so.

Es ist nicht okay, dass ich bei der Arbeit funktioniere. Es ist ebensowenig okay, dass ich auch jenseits der Arbeitszeit funktioniere. Das allgemeine Steigerungsspiel soll mich nicht stets verfolgen. Weil Funktionieren bedeutet letztlich Optimieren und Anpassen und Zurückziehen. 

Eine erste Methode, das Funktionieren aufzubrechen, ist das LEGO-Spielen ohne Anleitung. Es gibt keinen Sinn, die Bauschritte zu parallelisieren oder zu optimieren. Schneller bauen zu können ist sinnlos. Vielmehr ist die Auseinandersetzung, das Fühlen und Tasten der Steine, das unkoordinierte und unkontrollierte Spielen Sinn und Ziel. Etwas zu schaffen, ohne zu wissen, was. Es ist eine bewährte Methode, mit den Händen, damit mit dem Körper anstatt mit dem Kopf zu denken. 

Darin kann und muss man nicht funktionieren. Auch die menschliche Sexualität muss nicht funktional sein. Sie ist es, sobald man sie funktional erledigt. Wie ein Job, eine Pendenz, ein Issue aus dem Backlog zieht. Man hat dann genügend Gründe, Sex zu haben, Sex zu rationalisieren, und zwar alles funktionale. Um etwas zu vergessen, verdrängen, um sich selber zu bestätigen, belügen oder was auch immer. 

Auch Beziehungen können funktional bewältigt werden. Es ist dann aber ein Bewältigen. Die Alternative ist die nicht-funktionale Beziehung. Eine nicht-funktionale Beziehung ist ehrlich, augenblicklich und nicht wiederholend. Sie ist empathisch und nicht strategisch. Strategisch ist der Schachspieler, der Narzisst, der sich ins Gegenüber hineindenken versucht, um mögliche Schritte zu antizipieren. Das ist nicht emphatisch. Eine empathische Beziehung ist, miteinander zu reflektieren, wachsen, gedeihen, aneinander reiben. Derweil mit grösstem Verständnis und Zufriedenheit.

Ich hasse funktionale Beziehungen. So wie auch funktionale Arbeit hasse. Ich will nicht bloss tätig sein, damit ich nicht Blöderes anstelle. Ich will nicht einfach funktionieren, damit ich funktioniere und mich funktional bestätigt fühlen kann. Ich will lebendig sein, agieren, interagieren und mich befruchten lassen. In meiner Arbeit bin ich zu oft strategisch statt empathisch. Ich bin zu funktional statt menschlich. 

Ich bin trainiert und ausgebildet worden als funktionaler Arbeiter. Ich kann für einige Monate gut funktional sein. Doch ohne Alkohol oder sonstige Substitutionen könnte ich maximal eine Woche funktionieren. Ich habe mich jahrelang belügt, ich könnte funktionieren. Ich konnte bloss funktionieren, weil ich mich alternativ berauschte. Ich bin daher ziemlich mies im Funktionieren. Ich könnte keinen Tag funktionieren.

Ich werde deswegen nicht meinen Job kündigen und so, eine neue berufliche Anstellung wünschen und so weiter. Ein neuer Job löst das Grundproblem nicht. Ein neuer Job schafft bloss einen neuen Rausch, der mir Funktionalität simuliert, weil er mich frisch stimuliert. Deswegen bin ich auch Unternehmensberater geworden, damit ich niemals lange an einem einzigen Ort weilen muss und so stets mit frischer Stimulanz mich versorgt weiss. Nett.

Derweil ich im grossen Funktionszusammenhang gefangen bin. Ohne dass ich es bemerkt habe. Sehr tragisch. Bald ist ja wieder ein Montag, ich werde pünktlich meine Reise antreten, zum fernen Kunden pendeln. Ich werde dort alle Menschen begrüssen. Ich werde mich als erstes mal sehr verletzlich zeigen. Bloss dass die Mitmenschen wissen, dass ich auch menschlich bin. Weiterhin menschlich bleibe. Man muss sich nicht fürchten, weil ich kann nichts besser, ich bin auch nicht besser, bloss weil ich besser funktional scheine. 

Ich glaube, mit mehr Menschlichkeit kann ich insbesondere in den Unternehmen mehr Menschlichkeit schaffen. Einfach mit Vorleben, Vormachen, Vorführen. Und nicht mit strategischen oder gezielten Absichten. Einfach natürlich. Ohne Hintergedanken oder geheimer Agenden. Dadurch funktioniere ich auch weniger, muss weniger funktionieren, und bin weniger im Widerspruch zwischen meiner Arbeit, meiner Identität und meinem Sinn.

Ich will nicht funktionieren.

bd

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Die lokale Wirtschaftsprominenz

Offenbar zähle ich zur lokalen Wirtschaftsprominenz. Was mich auszeichnet, ist mein formaler Titel im Handelsregister des fernen Kantons. Ich bin zufälligerweise dort aufgewachsen. Dorthin verpflanzt worden, wo alle entfliehen wollen. Ich besuchte jüngst einen Event, das Treffen der Unternehmer und Politik und Bildung.

Der noch fernere Regierungsrat des Kantons, der lokale Stadtpräsident, einige Vorsteher einiger thematisch irgendwie verwandten Departemente. Die Vertreter der grossen Bildungsstätten; der Kantonsschule und der regionalen Hochschule. Ferner die lokalen Unternehmerfamilien; Vater, Sohn und manchmal auch Frau. Sie waren alle versammelt.

Der Patron einer ansässigen Unternehmerfamilie ist diesjährig laudiert worden. Die Rede stotterte der Anwalt des Platzes. Den Details der Erörterungen zufolge sind sie einander vertraut. Der gewürdigte Patron fühlte sich allerdings unbehaglich. Als einziger Referent verzichtete er auf die explizite Anrede der staatlichen Würdenträgern.

Überhaupt erinnerte der Anwalt stets, dass der Patron aus “einfachen Verhältnissen” stamme und keine “schöne Kindheit” erdulden musste. Ein Unternehmer, der etwas dagegen unternimmt. Der Patron musste nachdoppeln, er sei weder intellektuell, studiert noch sonstwie beflissen. Er schloss mit dem Appell, man solle wieder mit der Nase riechen, was ist.

Sehr verwirrend. Ich glaube, ich habe ihn verstanden. Er wollte Menschlichkeit predigen dort, wo man sich im erschwinglichen Hugo Kaschmirmantel hüllt. Vermutlich ist diese Botschaft nicht angekommen. Überhaupt war der Event ungünstig getaktet. Das gesamte Programm staut sich vorm Mittagessen.

Um 13:00 erst erlöste der übliche Dank an die Sponsoren die Teilnehmenden und meinen Magen. Nun folgte das Netzwerken. Ich war mit einer Person vernetzt. Diese Person ist ein Abgesandter eines weltfremden und scheuen Patrons, der seine Millionen zum Wohle der Menschheit investiert.

Er finanziert Übungen zur Gewaltfreien Kommunikation an Spielplätzen, fördert Kinderkrippen und Projekte gegen Missbrauchsopfer. Ein eifriger Philanthrop. Ich durfte ihn in einem anderen Kontext kennenlernen; ein gebildeter, sensibler und aufgeklärter Mensch. Doch sein heutiger Abgesandter fühlte sich nicht wohl und verliess den Event rasch. 

Ich selber kannte einige Exponenten vom Sehen her. Der lokale Versicherungsmakler hat den Event als Sponsor unterstützt. Damit erschlich der Blender sich Zugang zum Portfolio stumpfer, hemdsärmeliger und ländlicher Unternehmerfamilien, die er überversichern kann. 

Hoffotograf war ein lokaler Künstler, der seinen Alkoholismus mit verlegenen Auftragsarbeiten zu überbrücken und zu vollenden versucht. Er fokussierte dabei die zwei einzigen jüngeren Frauen des Events. Das waren die abtretende und antretende Sekretärinnen des lokalen Wirtschaftsförderers, des Gastgebers des Anlasses.

Die beiden Frauen waren ihrer Position angemessen gekleidet. Die Herren standardisiert; dunkler Anzug, weisses Hemd, Mantel. Die einzigen jüngeren Herren haben einen studentischen Think Tank vertreten. Sie waren überangepasst. Die Haaren doppelt akkurat gekämmt, der Anzug vermutlich einmal getragen, die Schuhe frisch. 

Sie suchten Investoren und “Challenges” für ihren Think Tank, der sich mit AI, Big Data, Digitalisierung und so weiter auseinandersetzt. Sie haben sich wohl in der Zielgruppe geirrt. Ich glaube, der lokale Bauunternehmer fühlt sich höchstens durch den kommenden Jahresabschluss herausgefordert. 

Dazwischen tummle ich mich. Ich lausche den Gesprächen. Ein erwähnenswertes Thema war die grüne Welle. Er sei schon immer pro Natur gewesen, so ein stämmiger Unternehmer, doch nun müssen die Grünen liefern statt bloss zu lafern. Zustimmendes Nicken. Ich verschlinge grob geschnittenen Salami.

Fasziniert hat mich der Sohn des grössten lokalen Unternehmens. Der Sohn, ganz Sohn mit Werbeartikeln des Familienunternehmens gekleidet, mutete mir sehr labil an. Das Gesicht angeschwollen, fettende Haut, in der Statur deutlich schmächtiger als der anerkannte und respektierte Vater. Stets grinsend und Hände nervös schüttelnd.

Ein wenig Koks und Nutten – der arme Sohn wäre zerbrochen. Vermutlich ist er der Sünden der Nacht bereits einmal erlegen, hatte dadurch Vaters Gunst verloren, aber sie mittlerweile zurückerobert und mit der Vergangenheit kompensatorisch sich versöhnt. Heute ist er Delegierter des Verwaltungsrat, Geschäftsführer und Präsident einer Stiftung. Check.

Später habe ich den Event verlassen. Was habe ich gelernt? Was hat mich berührt? Werde ich wiederkommen? Das Impulsreferat hat mich fasziniert. Der Professor für Teilchenphysik und Astrophysik der ETHZ berichtete über die neusten Erkenntnisse, währenddessen mein Sitznachbar, schüchterner und unsicherer Assistent eines Chefs, jungen Frauen auf Instagram nachgeiferte. 

Die Laudatio über den Patron wie die Dankesrede des Patrons haben mich aufgewühlt. Ich musste weinen. Das hat mich emotional betroffen. Deswegen werde ich auch wiederkommen. Weil ich eine neue Art Unternehmen repräsentiere, eine Art soziales Experiment. Ich fühle mich als überlegener Jungtürken. Und getrunken habe ich auch gut.

bd

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Der dankende Steppenwolf

Mit 14 habe ich den Steppenwolf gelesen. Irgendwie heimlich. Das war nicht gerade passend für meinen damaligen Lebensabschnitt. Ich war damals der Computerwelt ergeben. Ich züchtete IRC-Netzwerke, ich kannte alle Ports und deren Dienste auswendig. Ich hatte mir einen kleinen Linux-Cluster eingerichtet, der allerdings minder performant war, weil das schwächste Glied die Stärke der Gemeinschaft definiert.

Nichtsdestotrotz hatte ich damals Zugang zum Steppenwolf. Noch bevor ich übermässig kiffte und mich regelmässig betrinken musste. Das war sehr erbaulich. Ein gealterter Mann, der nicht erwachsen werden wollte, ein Doppelgänger, so wie das Motiv dieses Blogs. Ich habe Hermann Hesse hier niemals zitiert und bemüht. Das ist eigenartig, doch hiermit korrigiert. 

Das hat mich damals nicht erweckt, aber geprägt. Den Steppenwolf habe ich später nochmals gelesen, als eine alternative Dame aus dem fernen Solothurn voller Lebensfreude mir das Buch erneut empfohlen hatte. Sie attestierte mir Ähnlichkeit. Ich war damals in meiner Berufsausbildung involviert. Ich trug zwei bis drei Arbeitsanzüge, zwei bis drei Partyanzüge in der Woche.

Ich war wohl ein spannender Gegensatz. Ein Widerspruch. Ein Doppelgänger. Ich wollte in beiden Welten heimisch sein. In der apollinischen wie dionysischen. Klassisch bipolar. Mein Grundmotiv war entstanden, mein Lebensgefühl war geweckt. Seit meiner Berufsausbildung seiltänzle ich. Gewissermasse balanciere ich heute noch, gleichwohl die apollinischen Verpflichtungen heute sich mehr durchsetzen konnten. 

Ich bin stark verpflichtet. Ich fühle mich einigen besonderen Menschen sehr verpflichtet. Die Verpflichtung ist aber keine bloss Pflichterfüllung. Sie beseelt und befriedet mich. Es ist eine andere Natur der Verpflichtung als beispielsweise die Verpflichtung meiner Firma gegenüber. Die Firma ist nicht mehr so bedeutend, obwohl das Steueramt die Firma sehr grosszügig bewertet und damit mich als “wohlhabend” definiert. 

Doch ebensogut könnte ich die Nächte irgendwo versauern, unheimlichen Gestalten begegnen und mein schwaches Geld vergeuden. Ich könnte ebensogut mein Leben ruinieren, durchdrehen, Grenzen überschreiten und mich selber zerstören. Ich könnte, aber ich habe mich gemässigt. Ich bin sozial bereichert und erfüllt worden dergestalt magisch, dass das Bedürfnis nach Selbstzerstörung nicht mehr mich dominiert. 

Ich möchte das nicht aufs Alter zurückführen. Der Steppenwolf als literarische Figur war wesentlich älter als ich. Das Alter ist irrelevant. Ich hatte bloss Glück im Unglück. Meine Biografie gleicht einer Tragödie. Doch die Tragödie ist gestoppt worden. Die kleinen Rückschläge meines Alltags behindern mich nicht. Diese grosse Ereigniskette hat meine wunderbare Tochter ausgelöst. Das hat alles geändert.

Ich werde stets bipolar bleiben. Ich kann mein Grundmotiv nicht leugnen. Aber ich kann mich anpassen, dass ich zum ersten Mal keinen Drang zur Selbstzerstörung spüre. Ich bin nicht einmal motiviert. Ich habe keine Sehnsucht. Das ist für mich eine neuartige Situation, die ich aber längst bereits akzeptiert und auch gewertschätzt habe. Ich möchte manchmal mich auch bloss bedanken. Einfach meinen Dank aussprechen. Danke.

bd

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Über Geisteskrankheiten

Der Wahnsinn ist unsichtbar. Geisteskrankheiten können nicht vergegenwärtigt werden. Sie haben selten eine singuläre Ursache. Man kann höchstens Symptome diagnostizieren, oftmals bloss somatische. Doch äusserlich ist der Mensch gesund, ohne Anzeichen einer ernsthaften Erkrankung. 

Die Geisteskrankheit ist eine Gratwanderung. Man kann sowohl normal funktionieren, das heisst berufstätig sein, soziale Netze spannen, Steuern im Vorbezug zahlen. Als auch das eigene Schicksal bedauern, schlaflose Nächte erleiden, für nichts zu motivieren sein. Gleichzeitig funktionieren, dennoch psychisch erkrankt sein. 

Ein fehlender Arm, ein fehlendes Bein behindern uns offensichtlich. Man kann womöglich den angestammten Beruf nicht mehr ausüben. Man muss sich umschulen. Die IV finanziert. Doch eine psychische Erkrankung ist nicht linear heilbar. Auch hilft keine Umschulung, das Unbehagen bleibt. 

Die Therapie ist mühselig und äusserst offen im Ergebnis. Man kann jahrelang die Kindheit rekonstruieren. Man kann Ängste, Sorgen und Bedenken bewusstmachen und endlich wahrnehmen. Doch damit löst man keine Krankheiten. Das erhöht bloss den Druck der Selbstheilung, nährt den Selbstzweifel, weswegen man nicht “normal” sei.

Die Therapien werden oftmals mit einfacher Medikation verwechselt. Die Psychiatrie ist überfordert mit der Komplexität des menschlichen Wahnsinns. Das war sie seit jeher. Die Methoden sind mittlerweile subtiler geworden. Elektroschocks oder ähnliche invasive Techniken sind überkommen. Stattdessen dominieren oberflächlich erforschte Psychopharmaka.

Wer einmal eingewiesen ist, ob selbst- oder fremdbestimmt, ist meistens fürs restliche Leben stigmatisiert und überdies registriert. Die Wahrscheinlichkeit, nochmals in psychiatrischer Behandlung zu enden, verdoppelt sich mit dem ersten Eintritt. Die Psychiatrie verstört ganze Lebensläufe. Sie entwurzelt den Menschen aus deren gewohnten Umgebung und simuliert stattdessen einen Tagesablauf, der zuhause niemals zu bewältigen wäre.

Die Psychiatrie war seit ihrer Begründung in einer Krise. Wir wollen aber nicht akzeptieren, dass wir Geisteskrankheiten nicht heilen können. Für mich sind sie unheilbar. Die Menschen müssen stattdessen angeleitet werden, wie sie trotz ihrer “Erkrankung” überleben können. Für mich ist das alleine eine Frage des angemessenen Ausdrucks.

Ausdruck ist die Technik, das Unbehagen, den Zweifel und die Unsicherheiten, aber auch Ängste, Sorgen und Bedenken angemessen “ausdrücken” zu können. Ausdruck hat unterschiedliche Formen. Sie variieren nach persönlicher Vorlieben und Fähigkeiten. Mal- oder Beschäftigungstherapien schärfen die eigene Ausdrucksfähigkeiten. Ebenso schulen Gesprächstherapien, sofern sie mit gezielten Fragen unterstützt sind, wirksame Ausdrucksfähigkeiten.

Medikamente verdecken bloss. Sie können die Ursachen nicht lösen. Medikamente mindern die Ausdrucksfähigkeiten, weil sie den Ausdruck komplett ignorieren und erübrigen. Wenn ich mich unwohl fühle, drücke ich aus. Ich suche meine Ausdrucksformen. Das ist meine “Gegenwartsbewältigung”. Ausdruck sollte man aber nicht mit Eskapismus ersetzen.

Eskapismus ist die bewusste oder unterbewusste Realitätsflucht, umgangssprachlich die Ablenkung. Die heutige Kulturindustrie bietet ausreichend Angebote zur Realitätsflucht. Auch die etlichen Drogen begünstigen einen Masseneskapismus. Zudem besänftigen und zerstreuen Produkte der Kulturindustrie wie Serien, Unterhaltungsromane, Religionen. Das ist das grosse Versprechen der Kulturindustrie: Die Menschen zu beruhigen und vom Unsinn des alltags abzulenken.

Ich bedauere, dass die Psychiatrie hier noch nicht so gereift ist. Deswegen wollte ich früher mal dort wirken und die Psychiatrie revolutionieren. Mittlerweile bin ich resigniert. Die Psychiatrie ist eine gewöhnliche Bürokratie, die die eigenen Bedürfnisse befriedigt und sich verselbständigt und damit vom Menschen und dessen Gefühlen entfremdet hat. Gewiss humanisieren einzelne Exponenten die Bürokratie, diese wohlbekannten Ausnahmen. Doch sie bilden eine Minderheit, die sich vermutlich nicht durchsetzen kann.

Ich plädiere stattdessen also für eine Akzeptanz der Krankheit und für die Schulung angemessener Ausdrucksformen. Das stärkt die Fähigkeit der Gegenwartsbewältigung. Mehr Lebensphilosophie und Kunst statt Temesta und weitere Tranquilizer.

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Der kiffende Rausch

Ich kann mich noch an meinen ersten Rausch erinnern. Ich möchte hier nicht den Kontext darlegen, sondern vielmehr das Gefühl beschreiben, das mich damals befangen hat. Seit Jahrzehnten kiffe ich nicht mehr. Ich kiffe bloss, wenn ich zu besoffen bin. Dann überliste ich meine Selbstkontrolle und lasse mich unkontrolliert wieder der Welt aussetzen. 

Das Kiffen hat mir niemals meine Welt angenehm gefiltert. Das Kiffen hat im Gegenteil meine Wahrnehmung meiner selbst und meiner Umwelt verstärkt. Das Kiffen hat meine Sensibilität vergrössert. Ich konnte kiffend niemals abschalten. Stattdessen grübelte ich, die Gedanken brummten, die Gefühle schwankten. Intensiv.

So konnte ich bekifft jedes Haar spüren. Ich spürte, wie meine Haare langsam verfetten. Ich spürte, wie sie meine Kopfhaut belasteten. Ich trug überlanges Haar. Ich musste dauernd in meinen Haaren fummeln. Sie kämen, zurechtweisen, entfetten, wieder fein und geschmeidig lockern. Doch vergebens, nach einigen Stunden verfetteten meine Haare.

Ebenfalls konnte ich alle Poren meiner Haut spüren. Ich atmete durch meine Haut. Meine Haut war ein empfindsamer und verletzlicher Organismus, nicht bloss eine Hülle. Ich musste meine Haut stets mit meinen Fingern abtasten. Damit verdreckte ich meine ohnehin sensibel-problematische Haut. Ich spürte jeden Mitesser anschwellen.

Bekifft musste ich überdies bewusst atmen. Die Automatismen, die normalerweise Primärfunktionen regeln, waren wie bewusst geworden. Nunmehr musste ich für jede Atmung mich anstrengen. Auch schlucken war nicht mehr ganz so routiniert. Ich musste mich konzentrieren. Das konnte meine Aufmerksamkeit ziemlich lange beanspruchen.

Auch der soziale Umgang war erschwert. Ich war stets verunsichert, weil ich fühlte, was die anderen Menschen fühlten. Ich begegnete Menschen mit grösstmöglicher Empathie. Es erfüllte mich, wenn Menschen dieselben Gefühle hatte. Doch sobald eine kleine Unausgeglichenheit entstand, war ich besorgt, ob ich sie selber verursacht haben könnte.

Gewiss habe ich niemals eine Unausgeglichenheit provoziert, doch mit meinem nachträglichen Verhalten habe ich ebendiese heraufbeschwört, bis sie eingetreten ist. Einer selbsterfüllende Prophezeiung gleich, so wie mit den fettigen Haaren oder mit der unreinen Haut oder mit dem Schluck-Komplex. 

Bekifft konnte ich bloss mich tanzend oder schweigend ausdrücken. Ich konnte stundenlang in Gedanken versinken. Oder ich konnte stundenlang einfach tanzen. Tanzend war ich allerdings nicht interaktiv. Ich tanzte alleine, für mich und meinen Ausdruck. Ich konnte keinen Gegenpart integrieren, keinen Paartanz bewältigen. Ich war wortwörtlich in Trance.

Bekanntlich habe ich das Kiffen aufgegeben. Denn das Kiffen hat meine Selbstbeherrschung gestört. Das Kiffen hat mich natürlicher gemacht. Es hat meinen Empfindungen angeregt. Es hat meinen Selbstzweifel genährt. Ich schrieb unlängst, dass das Kiffen meine jahrelang trainierte Selbstbeherrschung aushebeln könnte. Das ist und bleibt wahr. Ich kiffe nicht.

bd

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Verletzlich leben

Ich bin verletzlich. Bloss verletzbar kann man vertrauen. Sobald ich mich entkleide, bin ich ungeschützt. Ich bin dann emotional und kann mich nicht mehr beherrschen. Ich bin dann ganz menschlich. Kleine Ereignisse können mich emotional berühren, die ich ansonsten ignoriere. Ich bin gleichzeitig hingebungsvoll und verängstigt.

Ich kann mich bewusst verschliessen. Ich kann mich aber nicht kontrolliert öffnen. Ich werde im engsten Wortsinn geöffnet. Ich kann den Prozess im Grundsatz akzeptieren, den Verlauf aber nicht steuern, das Ergebnis ebensowenig. Ich kann bloss die allgemeine Haltung an- oder abschalten.

Ich gefalle mir nicht verletzlich. Ich weiss mich gerne geschützt und meinen Möglichkeiten begrenzt. Sobald ich verletzbar bin, überantworte ich mein Glück meinem Umfeld. Ich kann nicht mehr selber über mein Glück walten. Ich werde abhängig, beeinflussbar. Ich bin ausgeliefert, ohnmächtig.

Leider kann ich bloss verletzbar lieben. Ich kann unverletzlich keine Liebe wagen. Ich werde stets mechanisiert bleiben, ich werde stets eine Kontrolle wahrnehmen. Ich kann keine Liebe so empfangen. Ich kann hingegen gut funktionieren, mich anpassen und überleben. Ich bin auch produktiv, bin beflissen für Beruf und Berufung. Sublimierung.

Vernünftig gemeint, garantierte der geschützte und beherrschte Betriebszustand mir ein bequemes, produktives und mit gewisser Schaffenskraft gesättigtes Leben. Gleichzeitig darf ich sehnen, maulen, jammern und die allgemeine Kälte der Welt bedauern, die insgeheim ich selber verursache.

Beherrscht und geschützt werde ich vermutlich gemäss Lebenserwartung altern, irgendwann unzufrieden sterben, zuvor erkranken und mein Leben würdelos, aber funktional beenden. Verletzlich hingegen werde ich noch Jahrzehnte lang lieben, leben, ich werde motiviert, bedrückt, begeistert und betrübt sein.

Allerdings werden die emotionalen Schwankungen, also das Lieben und Verletztwerden gleichermassen, immer mehr mich ruinieren. Ich werde vermutlich irgendwann abgehärtet und wieder in einen geschützten und beherrschten Modus kehren. Ich werde dorthin flüchten, wo das Gefühl des Verletztwerdens mich nicht mehr betrifft.

Beide Szenarien befriedigen mich nicht. Wenn ich allerdings heute wählen und mich entscheiden müsste, dann favorisiere ich ein Leben mit Verletzlichkeit. Ich bin verletzlich, ich kann mich offenbaren, ich kann lieben und verstehen, ich kann empfangen und senden. Doch gleichzeitig kann man mich zerstören, zertrümmern und schliesslich verletzen.

Sei’s drum. Ich lebe, um mich zu spüren. Ich werde mich dabei verausgaben und stets etwas verlieren. Aber ich werde nichts bereuen und stets mich wiederholen.

bd

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Apache Downtime

Die kleine Downtime des Apache Webservers war nicht beabsichtigt. Ich hatte in den jüngsten Wochen keine Kapazität. Diese Perioden wiederholen sich. Ich war bereits von meinem ersten Leben gefesselt. Ich musste dringend mein Leben strukturieren und ordnen. Ich kann aber meiner Leserschaft versichern, dass ich wieder gefestigter bin. Natürlich so gefestigt bloss wie man als Doppelgänger in diesem Leben sein kann. Also erwartet nicht, dass ich mich verhäusliche und benehme und dem Mythos des Erwachsenseins folge. Ich werde weiterhin den Futurismus verehren und mein Leben verschwenden. Bis bald.

bd

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